Raumordnungskonzept ausschöpfen und gemeinnützigen Wohnbau fördern  
Dr. Stephan Bertel, Vorsitzender der FSG-Tirol und Spitzenkandidat für die Ende Jänner stattfindende Arbeiterkammerwahl, drängt auf konkrete Maßnahmen, die hohen Wohnungskosten in Tirol, insbesondere in Innsbruck Stadt, zu bekämpfen. „Leistbares Wohnen, ich kann diese Phrase schon nicht mehr hören. Schon seit Jahrzehnten reden wir in Tirol über Leistbares Wohnen als wäre Wohnen ein Luxus, den man sich gönnen kann. Tatsächlich ist Wohnraum eine Notwendigkeit, die wir brauchen und für die wir bezahlen müssen“, meint Bertel und ärgert sich über die Untätigkeit in der Politik.

Auf das angekündigte Maßnahmenbündel der Tiroler Landesregierung ist Bertel schon gespannt. Die Weitervergabe von Stadtwohnungen innerhalb der Familie prüfen zu wollen, sei sinnvoll aber wohl eine relativ wirkungslose Maßnahme gegen die Wohnungsspekulation. Ebenso sei die Registrierungspflicht für Vermieter, die ihre Wohnungen über Buchungsplattformen wie Airbnb oder booking.com anbieten, allein auch nicht das Gelbe vom Ei.

Um das Thema wirklich anzugehen, müssen wir das Tiroler Raumordnungskonzept ausschöpfen, aber dazu fehlt innerhalb der ÖVP der politische Wille“, meint Bertel und verweist einmal mehr auf die Notwendigkeit, den gemeinnützigen Wohnbau zu fördern. Gemeinnützige Bauträger, wie die Alpenländische, Tigewosi oder die Neue Heimat, können ausgeglichen bilanzieren und müssen keine großen Gewinne machen. Jedoch benötigen sie Baugrund, der einen festgesetzten Preis nicht übersteigen darf, und dieser ist gerade in Innsbruck rar. Deswegen sieht das Tiroler Raumordnungskonzept vor, dass bis zur Hälfte eines geeignet großen Grundstücks (3000 m2 und darüber) – gegen eine angemessene Ablöse - für den objektgeförderten Wohnbau gewidmet werden kann. Das Raumordnungsgesetz bezieht sich auch auf freie Baugrundstücke, die vor mehr als 15 Jahren als Bauland gewidmet aber nicht bebaut worden sind.

Erst im Herbst hat Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi einen Anlauf in diese Richtung gestartet und ist wieder einmal an ÖVP und FPÖ gescheitert. „Erwin Zangerl macht sich jetzt im AK-Wahlkampf wieder einmal für leistbares Wohnen stark, konnte aber nicht einmal seine Kollegen in der Stadt-ÖVP und im ÖAAB von der Sinnhaftigkeit dieser lokalen Maßnahme überzeugen“, meint Bertel zu seinem Kontrahenten für die AK-Wahl. Er unterstützt zudem die Idee der SPÖ-Vorsitzenden Pamela Rendi-Wagner, die Mehrwertsteuer auf Mieten abzuschaffen und damit die Mieten österreichweit um 10% zu senken.