Die Arbeiter­kammerwahlen Ende Jänner 2019 werfen schon ihre Schatten voraus. So war gestern FSG-Tirol-­Spitzenkandidat Stephan Bertel im Bezirk Kitzbühel unterwegs. Bei einer Pressekonferenz wurden nicht nur seine Themen, sondern auch die beiden Bezirkskandidaten Margit Luxner, Betriebsrätin Altenwohnheim Kitzbühel, und Hannes Schweigkofler, Betriebsrat Egge­r-Werk St. Johann, präsentiert.
Noch nie in der Geschichte der Zweiten Republik war eine starke Arbeitnehmervertretung so wichtig wie jetzt“, sagt Bertel. Das spüren die Gewerkschaften auch am Zulauf. „Die Mitglieder werden mehr“, schildert Bertel. Seine Kernpunkte sind die Wiederabschaffung der Zwölf- und 60-Stunden-Regelung sowie der Kampf gegen die Abschaffung der Notstandshilfe und den Umbau des Gesundheitssystems. „Im Bezirk Kitzbühel sind uns auch die Arbeitsbedingungen im Tourismus sehr wichtig“, sagt Bertel. Hier braucht es klare Regelungen.
Kein Verständnis hat er hingegen dafür, dass Koch in bestimmten Regionen als Mangelberuf eingestuft werden soll. „Hier will man wieder billige Mitarbeiter gewinnen“, ist sich Bertel sicher.
Ein großes Anliegen sind Margit Luxner die Mitarbeiter in der Pflege. „Wir hören immer nur, wie wichtig diese Arbeitskräfte sind, aber wir spüren diese angebliche Wertschätzung nicht“, sagt Luxner. Es werde immer schwieriger, Mitarbeiter zu finden, nicht zuletzt weil das Pflegepersonal in Altenwohnheimen immer noch schlechter gestellt ist als jenes in Krankenhäusern. „Und für die privaten Firmen gibt es sowieso wieder eigene Regelungen“, ärgert sich Luxner. Sie sieht hier ein großes Problem aufkommen, da viele Mitarbeiterinnen im Pflegebereich schon jetzt überlastet sind.
Ich frage mich, wie das mit zwölf Stunden auf dem Bau gehen soll. Das halten die Arbeiter nicht durch“, ist sich Hannes Schweigkofler sicher. Die Betroffenen hätten dann mit Anreise zur Baustelle zum Teil 14-Stunden-Tage, das sei einfach zu viel. Auch im Handel werde man in den Wochen vor Weihnachten sehen, welche Probleme diese Regelung mit sich bringt.