FSG-Höfler: Forderung nach Pflegelehre “komplett daneben“

Gesamtkonzept statt Löcher stopfen

„Es ist eine Illusion zu glauben, dass Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr nur mit ‚theoretischen Schulungen‘ konfrontiert sind“, stößt der ÖVP-Vorschlag nach einer Pflegelehre bei Bernhard Höfler, AK-Kammervorstand und Vorsitzender der FSG in der AK, auf harsche Kritik.

Kontrolle gefordert

Für Höfler stellt sich die Frage nach der entsprechenden Kontrolle: „Spätestens in der Urlaubszeit oder bei Krankenständen wird es heißen, der oder die Auszubildende soll doch bitte ganz kurz das oder jenes machen, weil schließlich zu wenig Personal da ist. Wer sorgt denn dafür, dass die Regelungen auch wirklich eingehalten werden?“ Es sei ein „typisches ÖVP-Herumdoktern“: „Kein Gesamtkonzept liefern, aber einzelne Forderungen aufstellen!“

Verbesserung der Arbeitsbedingungen

Der Gewerkschafter fordert stattdessen neben einer berufsbildenden höheren Schule für Pflege- und Gesundheitsberufe höhere Löhne und Gehälter sowie bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten: „Das wären die Eckpunkte, um Menschen für einen Pflegeberuf zu gewinnen. Unsere Warnungen wurden allerdings jahrelang in den Wind geschlagen und Verbesserungsvorschläge ignoriert!“ Höfler beruft sich auf die Einschätzungen zahlreicher Experten, die sich für eine fundierte Ausbildung im Pflegebereich aussprechen und eine Lehre ablehnen.

„Retroforderung“ des Pensionistenverbandes

„Ich empfinde es mehr als befremdlich, dass sich der schwarze Pensionistenverband immer zu Zukunftsthemen mit Retroforderungen zu Wort meldet - wie zuletzt auch beim Grundwehrdienst. Hier geht es schließlich um junge Menschen. Das Ergebnis sieht man ja. Ich empfehle: Schuster. Bleib bei deinen Leisten!“, so Höfler abschließend.