Fassungslos reagiert Tirols FSG-Vorsitzender im ÖGB Stephan Bertel auf die jüngste Entgleisung des FPÖ-Gemeinderats Oswald Rofner. Rofner, Pächter einer Bar in Kundl, rief knapp vor der Umsetzung des Rauchverbots zu einer Raucherfete in seinem Lokal auf und wandelte dabei auf Facebook ein Zitat um, das Adolf Hitler zugeschrieben wird: „Die Amerikaner haben uns verboten, Flugzeuge zu bauen, ich sage, wir werden so viele Flugzeuge bauen, dass der Himmel schwarz wird und die Vögel zu Fuß gehen müssen“, wandelte Rofner ab in: „Wir werden rauchen, bis der Himmel schwarz wird und die Vögel zu Fuß gehen müssen.“

Ich bin entsetzt über solche inakzeptablen Sager, und das noch aus meiner Heimatgemeinde!“, meint Stephan Bertel. „Ich wurde von Journalisten gefragt, ob es eine Neonazi- oder Naziszene in Kundl gebe und ich kann das nur verneinen! Schon allein die Frage zeigt, wie sehr Oswald Rofner der Gemeinde Kundl schadet! Ich fordere ihn auf, sein Gemeinderatsmandat unverzüglich zurückzulegen!“.

Dass Teile der Bevölkerung solche Sprüche lustig finden, führt Bertel unter anderem auf ein Versagen der politischen Bildung in den Schulen zurück. Man müsste mit 15 oder 16 Jahren verpflichtend eine Führung zu den Gedenkstätten in Mauthausen oder Dachau im Lehrplan vorsehen. „Wenn man einmal ein ehemaliges Konzentrationslager besucht hat, ist man immun gegenüber rechtsradikalen Sagern“, ist Bertel überzeugt. „Wer wählen darf, soll sich auch bewusst sein, welchen Schaden er/sie mit seiner/ihrer Wahl anrichten kann“.

Ich denke, mit so einer relativ einfach umzusetzenden Maßnahme, kann man das Niveau der Gesellschaft und damit auch der Politik anheben“, meint Bertel. „Wir sind in einer Demokratie und da bekommt die Bevölkerung die Politiker, die sie verdient. Wenn wir aber wirklich die Probleme unserer Zeit lösen wollen – Verteilungsungerechtigkeit, Kinder- und Altersarmut, globale Erwärmung, Integration –, brauchen wir eine niveauvolle Sachpolitik!“.