Kurz-Vertrauter Harald Mahrer verteidigte in der gestrigen ORF-Pressestunde die Streichung von Zuschüssen zu Kinderferienaktionen durch die neu gegründete ÖGK (Österreichische Gesundheitskasse) – mit dem Argument, dass dies nach dem zweiten Weltkrieg zwar notwendig gewesen sei um die Kinder aufzupäppeln, nun aber keine Notwendigkeit dafür mehr vorherrscht. Jetzt wird eine ärztliche Leistung für mögliche Zuschüsse vorausgesetzt.

Diese Zuschüsse für Familien, die sich nicht viel leisten können, sind auch jetzt noch notwendig, um einerseits den sozialen Frieden in unserem Land zu sichern und andererseits Kinder nicht nach der wirtschaftlichen Stärke der Eltern zu separieren. „Davon hält Mahrer anscheinend wenig! ‚Man erkennt den wahren Wert einer Gesellschaft daran, wie sie mit den schwächsten Gliedern verfährt‘, hat schon Gustav Heinemann, dritter Bundespräsident der BRD, richtigerweise zitiert“, so Bernhard Höfler, Vorstandsmitglied der AK Tirol und Vorsitzender der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG).

An den Ausführungen Mahrers erkennt man, dass der Herr Präsident an Abgehobenheit und Zynismus nicht mehr zu überbieten ist. Es gibt in Österreich mehr als 370.000 Kinder, die von Armut betroffen sind oder in Armut aufwachsen. Gerade heute sind immer mehr Kinder froh darüber sind, dass sie in diesen Feriendorfeinrichtungen regelmäßig warme Mahlzeiten erhalten. Es ist nicht nur eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, sondern auch der Gesundheit, Kindern aus weniger betuchten Familien einen unbeschwerten Ferienaufenthalt zu ermöglichen – aber davon hat der Logenpräsident ja keine Ahnung!“, zeigt sich Bernhard Höfler äußerst verärgert.

Solche Zuschüsse sind für viele Eltern und ihre Kinder eine absolute Notwendigkeit und wurden durch die Arbeiterbewegung erkämpft. Den Grundsatz ‚jedes Kind ist gleich viel wert‘ haben diese türkisen Buddies von Regierung und Wirtschaftskammer ja sowieso schon verlassen und verletzt. Wenn Mahrer diese Kürzung als Beispiel für eine sinnvolle Reform darstellen will, dann hat dieser Logenpräsident und Multifunktionär keinen Bezug zur Realität mehr!“, so Höfler abschließend.