Bernhard Höfler, AK-Kammervorstand und Vorsitzender der FSG in der AK, spart nicht mit Kritik an der angestrebten Schuldenbremse: „Man kann einen Staat nicht wie ein Unternehmen führen. Unser Land braucht Investitionen für die Zukunft – das ist jetzt mitunter nicht mehr möglich. Ein Staat wie Österreich kann ja letztlich nur bei Infrastruktur und Sozialausgaben sparen, wollen wir das wirklich?

Höfler führt ein Beispiel an: „Angenommen, man einigt sich auf Investitionen im Bildungsbereich. Sind dann im Fall eines Konjunkturrückgangs mit folglich weniger Staatseinnahmen keine Geldmittel mehr übrig für Maßnahmen im Gesundheitsbereich? Und was ist mit Anstrengungen gegen den Klimawandel, was mit Maßnahmen zur Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene?

Der Gewerkschafter fordert stattdessen mehr Steuergerechtigkeit: „Wesentlich sinnvoller wäre die Einführung einer Millionärssteuer!“ Abschließend verweist er auf das Negativbeispiel Deutschland. „In unserem Nachbarland leben Millionen Menschen in Armut, Großunternehmen entziehen sich konsequent ihrer sozialen Verantwortung. Die Bevölkerung hat von der dort angestrebten Schuldenbremse nichts, ganz im Gegenteil. Sich an diesem Vorbild zu orientieren, wäre absolut fahrlässig!“ Untermauert würden die Bedenken von namhaften Ökonomen.