„Bundesministerin Elisabeth Köstinger hätte es in der Hand“, kommentiert Bernhard Höfler, Sekretär der Gewerkschaft PRO-GE Tirol und Arbeiterkammer-Vorstand, die Kritik der Agrarministerin am zu billigen Preis für Fleisch. Der Gewerkschafter setzt sich schon lange für eine staatliche Preisregulierung und Abnehmergarantien beispielsweise über Tourismusbetriebe ein, um heimischen Fleisch- und Gemüseproduzenten faire Preise für ihre Produkte zu ermöglichen.


Vorgaben für fairen Wettbewerb

„Kein erwerbstätiger Landwirt will immer nur von Steuersubventionen abhängig sein, stattdessen wollen sie einfach an ihrem Produkt verdienen“, ist Höfler überzeugt. Die Kritik von Ministerin Köstinger am zu billigen Preis für Fleisch sieht er als absolut gerechtfertigt, betont aber zugleich: „Sie sitzt am Schalthebel!“. Eine staatliche Preisregulierung sei das um und auf und würde auch dem Lohndumping bei ErntehelferInnen einen Riegel vorschieben. „Von den paar Cent, die Bauern für einen Bund Radieschen oder Frühlingszwiebeln bekommen, können sie natürlich die Erntehelfer nicht anständig entlohnen. ArbeitnehmerInnen gibt es nicht zum Nulltarif! Wir kommen daher nicht darum herum, dass der Lebensmittelhandel endlich ordentliche Preise für regionales Gemüse zahlt. Für fairen Wettbewerb braucht es da Vorgaben von staatlicher Seite“, so Höfler. Auch Tierhaltung, die den Standards der Tierschutzorganisationen gerecht wird, sei damit endlich möglich.


Tourismus als Abnehmer

Gerade in Tirol könne man hier mit den Tourismusbetrieben zusammenarbeiten: „Sehr viele Hotels und Gastronomiebetriebe setzen gerne auf regionale Produkte. Hier könnte man unterstützen und mit Abnehmergarantien arbeiten. Die Bauern können so besser planen und endlich wieder vom Verkauf ihrer Produkte leben!“ Dies könne man mit der Einführung einer Mindestquote zur Verwendung heimischer Produkte unterstützen.


Köstinger am Zug

„Der Profit auf Kosten anderer muss in der Erzeugung von Lebensmitteln, speziell in der regionalen Lebensmittelproduktion in Österreich, ein für alle Mal beendet werden! Wir fordern deshalb eine staatliche Preisregulierung für lebensnotwendige Produkte, die allen Beteiligten - den ArbeiterInnen, den Landwirten, den Lebensmittelhändlern aber auch den KonsumentInnen - ihren jeweiligen Anteil zuerkennt. Ich erwarte mir, dass Ministerin Köstinger schnellstmöglich entsprechende Schritte einleitet!“, so Höfler, der abschließend festhält: „Die Wahrnehmung von Ministerin Köstinger geht leider oft an der Realität vorbei, nicht jeder hat schließlich einen 800-Euro-Griller geschweige denn einen eigenen Garten. Das setzt sich leider auch in Bezug auf die Vorschläge fort – mit neuen Steuern wird man da nichts erreichen. Da muss schon das System von Grund auf erneuert werden, denn Preisdumping auf der einen und Förderwahnsinn auf der anderen Seite führen sich schon lang gegenseitig ad absurdum!“